1

Da ging nicht mal Englisch – Schatzsuche in Leonberg

Wir, Angela Stefan und ich, waren am Bahnhof angekommen, das war der letzte Ort auf unserer Schatzkarte. Eigentlich wollten wir uns Richtung Zentrum, zu unserem Treffpunkt, aufmachen, doch dann kam alles ganz anders. Ich hatte einen kurzen Eindruck, dass wir nach rechts über die Straße in einen Schulhof gehen sollten – was wir dann auch taten. Zuerst sah es wie eine Sackgasse aus, doch als wir am Schulhaus vorbei waren, sahen wir, dass eine Treppe vom Schulhof hinauf führte. Dort kam ein älterer Mann herunter – der war eindeutig Schatz. Es entwickelte sich ein kurzes sehr gutes Gespräch, bei dem der Mann, der zunächst sehr ernst und ablehnend war, den Tränen nahe kam. Wir stiegen dann die Treppen hinauf und waren auf einer Straße die durch ein Wohngebiet führte. Ein paar Meter weiter waren wir plötzlich an einem Ort, an dem sich viele Eintragungen unserer Karten erfüllten. Wow – eigentlich stand das gar nicht auf dem Plan! Wir schauten uns um und da kam ein junges Paar mit Kinderwagen die Straße runter – genau wie wir es auf der Schatzkarte hatten. Wir sprachen sie an – doch sie verstanden uns nicht. Es stellte sich heraus, dass es ein Flüchtlings-Ehepaar war, das weder Englisch noch Deutsch – sondern nur Farsi sprach. Die jungen Leute, die sehr freundlich, sehr herzlich waren, hielten uns ihr Smartphone hin – dort war der GoogleÜbersetzer aktiv – eingestellt auf Deutsch-Farsi; Farsi-Deutsch. Und so kam eine schwierige und lustige Kommunikation zustande. Sie waren Christen, die um ihres Glaubens willen verfolgt wurden (er zeigte uns, dass er gefesselt und ausgepeitscht wurde) – sie waren jetzt vier Monate in Deutschland. Wir luden sie ins GOSPEL FORUM ein und sie freuten sich über die Einladung. Angela, machte ihnen deutlich, dass sie von ihr und ihrem Mann abgeholt werden würden und sie freuten sich sehr. Am nächsten Tag waren sie dann wirklich im Gottesdienst, nachdem sie, wieder auf übernatürliche Weise, in dem Flüchtlingsheim von Angela und Martin gefunden wurden. Der Gottesdienst begann und Pastor Peter war wieder überragend. Dann kam der Aufruf – und wer kommt nach vorne!? Unsere Schätze vom Vortag – unser Flüchtlings-Ehepaar. Sie waren von der Predigt, der Atmosphäre und der Dichte Gottes, die im Raum war, überwältigt. Da unser Gottesdienst mittlerweile simultan auf Farsi übersetzt wird, hatten sie alles genau mitbekommen. Warum sie nach vorne gingen konnten wir nicht genau in Erfahrung bringen – es war aber offenkundig, dass sie am Sonntagmorgen in eine neue Dimension ihres Glaubens durchgebrochen sind. Nach dem Gottesdienst begann dann ein sehr lebendiges Gespräch, das von unseren Farsi-Übersetzer, den wir in der Zwischenzeit herbeigerufen hatten, übersetzt wurde. Endlich konnten wir uns richtig mit ihnen unterhalten. Wow, was für eine Führung, was für ein Wirken Gottes.
Als ich dann am Sonntagabend zuhause über das Erlebte nachdachte kam mir folgendes in den Sinn: Diese Begegnung hat vier Menschenleben gerettet – das Ehepaar hatte ein Kind im Wagen und die Frau war schwanger. Sie waren unsere Schätze und haben jetzt Kontakt zu einer lebendigen Gemeinschaft und Zugang zu einer Farsi-Hauskirche. Sie wurden in Minuten aus dem Nichts, aus der Anonymität, in eine lebendige Gemeinschaft katapultiert. Danke Jesus. Es ist schon genial wie DU das machst!
Ulli

Kommentar ( 1)

  1. Reinhard Zademack says:

    Werde diesen >Blog< am nächsten HKI-Abend für Senioren (den gibt´s wirklich)
    vorlesen und uns als alte – Fürbitter – mit aller Kraft betätigen.