David konnte wieder laufen

Wir waren aufgrund unserer Schatzkarteneinträge beim Landtag unterwegs. Wir suchten nach einem Mann in einer blauen Hose, der mit einem Hund spielt. Wir entdeckten ihn und warteten bis er mit dem Spielen fertig war um ihn dann anzusprechen. Wir waren nicht schnell genug ihn abzupassen und er setzte sich in eine Gruppe von Leuten. Mir fehlte der Mut in diese Gruppe hineinzugehen, obwohl wir eine Woche vorher von unserem Pastor eine Prophetie bekommen hatten, dass wir Randgruppen erreichen werden. Durch meine Angst und mein Weigern hatte ich das Team dann so demoralisiert, dass wir tatenlos unseren Weg fortsetzen. Auch Silvias Drängen, doch noch hinzugehen half nichts. Da ich an diesem Tag der Teamleiter war, ärgerte es mich um so mehr. Wir sind dann unverrichteter Dinge abgezogen, mit dem Wissen, eine glasklare Situation vermasselt zu haben. Ich war so über mich verärgert, dass ich gar nicht mehr weiter gehen wollte. Ich wollte für mich die Schatzsuche beenden und trottete hinter dem Team her.
Wir waren mittlerweile auf dem Schlossplatz angekommen und berieten, was wir jetzt noch in der verbleibenden Zeit tun sollten. Sie beschlossen zum Alten Schloss zu gehen, denn da waren wir an diesem Tag schon einmal ohne den Schatz zu sichten – ich selbst wäre am liebsten gleich zu Starbucks (unseren Endtreffpunkt nach der Schatzsuche), einen Kaffee trinken, gegangen. Wir waren eine Weile dort am Schloss und sichteten den Platz, ob nicht doch irgendwo ein Schatz wäre. Und dann viel uns ein junger Mann auf, der in der linken Hand einen Gehstock hatte. Er ging fünf Schritte, blieb stehen, ruhte sich kurz aus, um dann wieder fünf Schritte zu gehen. Er tat uns leid, wir hätten ihn auch ohne Schatzkarte angesprochen, doch einige Eintragungen unserer Schatzkarten trafen auf ihn zu. Er war zunächst sehr ablehnend, doch im Laufe des Gesprächs, wurde er immer offener und zuversichtlicher. Ich fragte, ob ich für ihn beten dürfe und er bejahte. Ich fragte, was er denn hätte. Er meinte MS. Ich betete für ihn und er spürte eine Veränderung in seinem Körper. Nach dem Gebet sagte ich, er sollte Schritte des Glaubens gehen und ausprobieren, ob sich etwas verändert hätte. Und in der Tat war es so – er konnte etwas besser gehen. Ich sagte, dass wir noch mal nachlegen sollten und er wollte das. Ich betete noch einmal und zog ihn dann am Arm vorwärts. Er begann zu laufen und er lief; er lief ohne Stock. Wir begleiteten ihn dann bis in die Nähe des Hauptbahnhofes und erzählten ihm unterwegs von einem Leben mit Jesus. Als wir uns verabschiedeten durften wir noch für seine Zukunft beten. Auf dem ganzen Weg hat er nicht ein einziges Mal seinen Stock benutzt!

Ulli