Gehen und beten

Gehen und beten nannten wir den Abend, der einer der ganz Besonderen werden sollte. Wir trafen uns am 23sten im Kunstmuseum und machten uns dann um 20:00 Uhr auf den Weg in den Weihnachtstrubel. Es war Neuland, so ganz ohne Schatzkarte unterwegs zu sein – aber genau das hatte seinen Reiz! Die Königstraße war noch brechend voll und so sind wir zunächst in die Kronprinzstraße ausgewichen – vorher teilten wir uns in zwei Vierer-Teams. Als wir die Straße ein Stück hinaufgegangen waren, kam uns ein Mann entgegen, der einen sehr traurigen Gesichtsausdruck hatte. Wir beschlossen hinterher zu gehen um ihn anzusprechen. Carmen und ich holten ihn ziemlich schnell ein und es kam ein interessantes Gespräch zustande. Nachdem wir für ihn gebetet hatten, suchten wir Simone und Uwe, die mit uns unterwegs waren, sie waren jetzt ebenfalls in einem Gespräch. Dieses Gespräch zog sich über eine Stunde hin und Carmen und ich nutzen die Zeit und sprachen die Menschen an, die dort unterwegs waren. Wir bewegten uns nur wenige Meter und hatten an der Ecke Kronprinz- und Kienstraße Begegnung nach Begegnung. Wir trafen Menschen und konnten ihnen von Jesus erzählen und durften für sie beten; wir trafen aber auch Christen, die sehr begeistert davon waren, dass wir am Vorweihnachtstag unterwegs sind um Menschen zu dienen – mit ihnen hatten wir kurze Gebetsgemeinschaften mitten auf der Straße. Später, es war schon gegen 22:45 Uhr und wir waren jetzt in der Königstraße unterwegs, hatten wir eine Begegnung mit zwei älteren Frauen, von denen eine an Krücken ging. Sie waren sehr liebevolle Menschen und sehr offen – so kamen wir schnell in ein richtig gutes Gespräch. Die Frau zu unserer Rechten glaubte, dass Gott überall und in allem sei und die zu unserer Linken war sehr fragend. Carmen konnte ihr viel von unserem Glauben, und wie wir ihn ausleben, weitergeben. Am Ende fragte Carmen, ob sie noch für die Frau beten dürfe und sie wollte das. Carmen betete für die Frau zu unserer Linken und fand solch starke Worte, dass die Frau sie ganz gebannt und mit großem Interesse ansah – sie machte den Eindruck als hätte sie das Atmen vergessen. Wow Carmen, das war so tief, das ging bis ganz nach innen! Beide Frauen versprachen uns dann ins GospelForum zu kommen. In der Zeit bis 24:00 Uhr trafen wir dann die wirklich Einsamen – wir konnten das schon an der Körpersprache ablesen – und wir durften ihnen dienen. Ein Mann, den wir ansprachen, wollte gleich, dass wir uns hinsetzen und reden – das hab ich so jetzt selten erlebt!

Dieser Abend war für uns alle Neuland; wir hatten Begegnung nach Begegnung bei denen der Himmel auf die Erde traf und wir haben viel dabei gelernt. Stark, was man alles erlebt, wenn man mit Jesus unterwegs ist! Ihm alleine sei alle Ehre!!

Ulli