Hausnummer 30

Nachdem wir mehrere Schätze angesprochen hatten, und mehr oder weniger klare Absagen bekamen, fanden wir dann den “kaputten Fuß”. Interessant war, dass dieser junge Mann für Gebet offen war und ich durfte meine Hand auflegen und für ihn beten. Spannend war, dass es an der Stelle, an der ich meinen Daumen hatte, bei ihm ganz warm wurde. Das Gebet, und das Erleben, hat ihn sichtlich überrascht und er war sehr nachdenklich. Dann machten wir uns auf den Weg in die Tübinger Straße – der nächste Ort auf unserer Karte. Wir hatten als klaren Hinweis die Tübinger Straße 8 und dort fanden wir auch unseren Schatz. Ich hatte auf meiner Karte die den Eintrag “Hausnummer 30” und darum machten wir uns nach dieser Begegnung auf die Suche nach diesem Haus. Wir kamen an eine Stelle an der viele andere Angaben passten. Da war eine Schule, eine Baustelle mit Trägern, ein Metallzaun, schräg gegenüber stand der Name Hans an der Wand; doch die Hausnummer war 38 – wir waren zu weit gegangen. Wir beschlossen, trotz der vielen erfüllten Eintragungen zurückzugehen, sprachen vorher aber einige Männer an und fragten ob sie Sebastian hießen; diesen Namen hatten wir auf der Karte – Fehlanzeige! Und dann kam eine Frau mit hochgesteckten Haaren auf uns zugelaufen – die hatten wir auf der Karte. Wir sprachen sie und ihren Mann an und es entwickelte sich ein richtig gutes und tiefes Gespräch. Es kam gleich so eine freundschaftliche Atmosphäre zustande – als würden wir uns schon 20 Jahre kennen; die Chemie hat, wie man sagt, gestimmt! Wir erklärten ihnen was wir hier machen und ich erwähnte, dass wir eigentlich die Hausnummer 30 gesucht hatten und darum waren wir an dieser Stelle. Sie sah den Eintrag auf meiner Schatzkarte und sagte voller Erstaunen: “Wir wohnen in Hausnummer 30!” Wow – sie war eindeutig unser Schatz. Das Gespräch nahm so richtig Fahrt auf und wir erklärten ihnen u.a. den Unterschied zwischen Religion und Glaube und das ging richtig tief rein. Sie erkannten, dass sie zwar an Jesus glaubten, aber ihm noch nicht erlaubt hatten Herr in ihrem Leben zu sein. Plötzlich sagte die Frau: “Ich möchte Jesus annehmen!” Sie schaute ihren Mann an und fragte ihn: “Möchtest du auch Jesus annehmen?” Und er nickte – wow, das habe ich so noch nie erlebt! Dann fragte sie: “Wie geht das?” Wir erklärten ihnen wie das mit dem Übergabegebet geht und dann haben sie beide dort auf der Straße ihr Leben Jesus übergeben. Dann durften wir noch die Hände auflegen und gegen ihre Rückenschmerzen beten und die waren dann auf der Stelle weg. Wir erklärten ihnen noch, wie das Leben als Christ jetzt weitergeht und dann haben wir diese neuen Kinder Gottes in den Arm genommen und sie gesegnet. Wow – danke Jesus!!
Danach führten uns die Karten in die Leonhardstraße, durch das “Rotlicht Viertel”, und als wir diesen Stadtteil betraten sagte ich zu meinen Mitschatzsuchern, dass mich hier hoffentlich niemand sieht! Ich sage daheim, ich gehe zur Schatzsuche und dann werde ich hier erwischt – wir hatten viel zu lachen. Wir warteten dort bei der Feuerwache, die genau neben einer Schule war (so stand es auf unseren Karten), aber es war kein Schatz in Sicht. Wir sprachen wieder vorbeigehende Leute auf Namen an, aber auch hier war es Fehlanzeige; es gab keinen Sebastian und keinen Norbert. Vielleicht war das ja wieder so ein versteckter Hinweis, dass wir die richtige Route nehmen? Das hatten wir jetzt schon öfters so erlebt! Wir sind dann Richtung Charlottenplatz weitergelaufen und kamen ein einem jungen Paar vorbei, die vor einem Lokal saßen um ihre Zigarette zu rauchen. Wir begrüßten sie mit einem – Hallo – und ein sehr freundliches – Hallo – kam von ihnen zurück. Dieses Hallo, das diese Beiden von sich gaben, hat bei mir ganz innen etwas bewegt, ich habe dieses – Hallo – richtig gespürt. Für mich sind diese Eindrücke, oder Bewegungen, Worte der Erkenntnis, die ich immer mehr lerne ernst zu nehmen. So ein ähnliches gespürtes Wort der Erkenntnis hatte ich vor kurzem in Speyer. Ich war dort mit meiner Frau in einer der vielen Gassen unterwegs und wir überholten eine junge Frau die an Krücken ging. Im Vorbeigehen spürte ich so etwas wie Magnetismus – ich wurde regelrecht zu dieser Frau hingezogen. Als wir ein paar Meter weiter waren sagte ich zu meiner Frau, dass ich für diese Frau beten muss – sie meine nur, dass ich es tun soll. Ich sprach diese Frau an und sie ließ nach einem kurzen Gespräch für sich beten und war nach zweimaligem Beten geheilt. Ohne dieses gespürte Wort der Erkenntnis hätte mir der Mut gefehlt – so hatte ich eine große Kühnheit. Wir sind auf jeden Fall aufgrund dieses Eindruckes, zu diesem Paar zurückgegangen, sie waren die Besitzer dieses Lokals, und kamen mit ihnen ins Gespräch – es war ein von Gott vorbereiteter Weg. Das Gespräch war sehr herzlich und wir konnten ihnen von unserem Glauben erzählen, dann durften wir noch für sie beten. Es war eine gute Situation! Diese Begegnung hatte was Besonderes, so was tiefes Strahlendes – ein vorbereitetes Werk eben! Wow, was für ein Tag – danke Jesus!
Ulli