Joggingschuhe mit giftgrünen Schnürsenkeln

Wir waren in Stuttgart unterwegs und fanden so viele Schätze wie selten. Da war die Frau mit Kind und Kinderwagen an der Stiftskirche neben der schwarzen Mercedes S-Klasse; die Frau mit gelbem Oberteil die leuchtend Rot angestrahlt wurde; dem Mann mit dem weißen Streifen auf seiner roten Hose bei der Dole mit dem Blitz; die Frau auf dem Marktplatz neben den Tanzenden; die Frau mit den langen grauen Haaren beim Königsbau kurz vor dem Lidl, die, wie sich im Gespräch herausstellte, auch Christ war – um nur einige zu nennen. Nachdem wir für diese Frau gebetet hatten machten wir uns auf den Weg zum Rotebühlplatz – den hatte ich auf der Karte. Als wir einige Meter gegangen waren, kamen uns zwei junge Männer entgegen und der eine davon trug orangefarbene Joggingschuhe mit giftgrünen Schnürsenkeln – das war unser Schatz. Wir sprachen die zwei Männer an und sie reagierten zuerst sehr verunsichert und wollten weitergehen, doch irgendwie haben wir es dann doch geschafft sie für unsere Schatzkarten zu interessieren; und sie blieben stehen. Nach einem kurzen Gespräch war einer der jungen Männer bereit für sich beten zu lassen. Unser Teammitglied Peter, der zum ersten Mal auf einer Schatzsuche dabei war, fragte den Mann nach seinem Namen, damit er persönlicher für ihn beten könnte. Der junge Mann sagte seinen Namen, der Name war Tom. Peter zeigte ihm, dass Tom auf seiner Schatzkarte stand – jetzt waren die Männer sichtlich berührt. Ich sagte dann zu dem anderen Mann, dass wir auch für ihn beten wollen, wenn er uns das erlaubt – auch ihn fragen wir nach seinem Namen. Er sagte, er heiße Ralf. Und auch diesen Namen hatte Peter auf seiner Karte. Ralf war fassungslos und schaute uns mit großen Augen an (Peter hatte ein ganz ähnliches Aussehen angenommen!). Während Peter dann für Tom betete, fragte mich Ralf: Wie macht ihr das? Ich konnte ihm dann ausführlich erklären was Glaube ist, und wie wir damit umgehen; er hörte sehr gebannt zu.         Ulli