Knochenkrebs

Wir liefen über den Schlossplatz und wollten Richtung Karlsplatz gehen. Dort saß auf den Stufen des Neuen Schlosses ein junger Mann. Carmen meinte, sie wolle ihn unbedingt ansprechen. Wir überlegten uns wie wir das machen, da er nicht auf unserer Schatzkarte verzeichnet war. Wir einigten uns auf einen Namen um ihn so anzusprechen. Wir sprachen ihn an und lagen mit unserem Namen voll daneben – aber wir waren im Gespräch! Wir erzählten ihm von unserer Schatzsuche, von dem Glauben, den wir leben und von den Heilungen, die wir erleben und nach einiger Zeit war er bereit für sich beten zu lassen. Er erklärte uns, dass er Knochenkrebs im linken Bein habe und dadurch große Schmerzen. Ich fragte ihn, wo auf einer Skala von 1 – 10 seine Schmerzen liegen. 1 fast keine – 10 heftig bis unerträglich. Er stufte sich bei 8 ein. Wir fragten ihn, ob wir unsere Hände auf sein Bein legen dürften und er erlaubte es uns. Dann hatte er vier Hände auf dem Bein – sonst machen wir das nicht so, aber hier war es irgendwie dran. Beim Gebet durchdrang ihn etwas, das konnte man ihm abspüren. Als wir fertig gebetet hatten, fragten wir ihn, wie es jetzt sei. Er hatte einen ganz anderen Gesichtsausdruck bekommen und mit Freude in der Stimme meinte er: „Sehr gut!“ Ich fragte, ob das Bein jetzt besser wäre, und er antwortete, dass es besser wäre, aber noch etwas viel größeres sei geschehen. Wir fragten: “Was?“ Er erzählte dann, dass seine langjährige Freundin aufgrund seiner Erkrankung Schluss gemacht hätte und dass er deswegen große Herzschmerzen hätte. Und dieser Herzschmerz sei jetzt weg. Krass! Dafür hatten wir gar nicht gebetet. Ich sagte, er solle jetzt versuchen zu gehen und er tat es. Er ging von den Stufen auf und ab und meinte immer wieder, dass es das doch gar nicht gebe – er glaube doch gar nicht. Es war besser mit ihm, die Schmerzen waren jetzt bei 4. Wir baten ihn noch einmal sich auf die Stufen zu setzen und er tat es brav. Wir beteten noch einmal und die Schmerzen waren dann komplett weg. Ich bat ihn, etwas zu machen, was er sonst nicht konnte und er rannte die Stufen auf und ab mit dem Satz –„Das kann doch gar nicht sein! Das kann doch gar nicht sein. Das ist doch nicht möglich!“ Carmen lud ihn dann noch in ihre Hauskirche ein und wir verließen einen sichtlich veränderten Menschen.

Ulli