Da flog das Bild mit dem Wind weg

Liebe Freunde, ich möchte von zwei Begegnungen berichten, die mich tief beeindruckt haben (Schatzsuche am 11. Juli in Esslingen):

Wir waren zu dritt unterwegs. Meine Schatzsuchepartnerin I. hatte auf ihrer Schatzkarte eine Person mit einem geblümten Rock mit Volants unten dran. Auch war der Ort auf ihrer Schatzkarte klar ausgewiesen. Wir kamen dahin und sahen den Schatz. Es war ein ca. 9jähriges Mädchen. Ihre Mutter war dabei und noch eine zweite Mutter mit einem etwa gleichaltrigen Mädchen. Gerade als wir berieten, wie wir vorgehen sollten, setzten sie sich im Außenbereich eines Eiscafés. Nun hatten wir Bedenken, ob wir sie da einfach so stören dürften. Inzwischen hatten wir eine andere Begegnung. Danach überlegten wir wieder, ob wir sie im Eiscafé einfach ansprechen dürften. Als wir noch berieten, was wir tun sollten, standen die vier auf und machten sich bereit zum Gehen. Das nahmen wir als unseren Startschuss und I. und ich gingen hin. Unser männlicher Schatzsucheleiter N. blieb im Hintergrund. Es wurde eine wunderbare Begegnung. Wir erklärten die Schatzsuche und sagten dem Mädchen, dass sie unser Schatz wäre. Das Mädchen war zuerst schüchtern. Aber als wir fragten, ob wir sie für etwas, das sie sich wünscht, beten dürften, ermunterte sie ihre Mutter uns doch einen Wunsch zu nennen. Sie sagte: eine gute Mathe-Arbeit und gute Noten in noch einem anderen Fach. I. betete. Ich bezog dann das andere Mädchen mit ein – sie war ja auch ein Schatz – und betete auch für sie für gute Noten. Als wir uns verabschiedeten freuten sich alle vier – die zwei Mütter und die Mädchen. Die Mutter von unserem Schatz wünschte uns noch viel Erfolg bei der weiteren Schatzsuche.

Wir waren noch am gleichen Ort. I. hatte sich auf eine Bank gesetzt. Dort war ein Straßenmaler. Eines seiner Bilder flog mit dem Wind weg. I. holte es zurück und kam mit dem Mann ins Gespräch. Sie rätselte noch, ob er ein Schatz sein könnte. Ein Merkmal auf ihrer Karte traf auf ihn zu. Sie begann ein Gespräch. Inzwischen kamen N. und ich dazu. Ich setzte mich auch auf die Bank und hatte keine große Erwartung, dass das was werden könnte. Aber es entspann sich ein immer tiefer gehendes Gespräch, bei dem sich herausstellte, dass der Mann kein leichtes Leben hinter sich hatte und von großer Höhe jetzt auf einem Tiefpunkt gelandet war. Plötzlich erwähnte er etwas, das mich elektrisierte: Er sei früher bei den ‘Michaels’-Chorknaben gewesen. Ich hatte nämlich morgens den Begriff ‘Michaelis’ auf meiner Schatzkarte notiert und dabei gedacht, dass das doch etwas sehr Komisches sei. Spätestens jetzt war auch mir klar, dass er ein Schatz ist. Als wir für ihn beteten, liefen die Tränen. Er sagte noch, dass ihm schon mal jemand eine Visitenkarte vom Gospel-Forum gegeben hätte und er sie verloren hätte. Diesmal steckte er die Karte ganz sorgfältig ein und wollte es sich mal im Internet anschauen. Als wir uns verabschiedeten umarmte N. ihn noch. Wir drei waren sehr berührt.   Anita