Schatzsuche Samstag 30. November

Heute haben wir einen neuen Treffpunkt ausprobiert – das Kunstmuseum. Wir hatten uns im 1. Stock getroffen; dort war eine geniale Sicht über die Königstraße, den Schlossplatz und einen Teil von Stuttgart; war für Proklamationen sehr inspirierend. Es ist ein guter Treffpunkt, denn dort ist Ruhe zum Austausch und zum Gebet. Kurios war: Wir standen in einem Nebengang im Kreis und wenn Leute kamen, dann nahm unsere Runde die Form eines Segnungstunnels an und die Leute gingen durch – umgefallen ist aber keiner! :))

Wir waren mit zwei Vierer-Teams unterwegs; mein Team hatte die Route Schlossplatz, Landtag, Markplatz und dann noch den Wilhelmsbau auf der Karte – geschafft haben wir aber nur ein drittel der Strecke, denn nachdem die Suche am Anfang eher zäh und mit viel Ablehnung behaftet war, war sie dann sehr gehaltvoll. Wir fanden an der Eisbahn am Schlossplatz den ersten Schatz; dann hatten wir noch Geldautomat auf der Karte – dort neben der Eisbahn, am mobilen Geldautomaten, fanden wir den nächsten Schatz – Gaby und Ben hatten jeweils gute Gespräche und durften für diese wertvollen Menschen beten. Ich hatte am morgen das Wort „Gloria“ bekommen und Ben meinte, dass das ein Kino in der Nähe ist. Wir haben uns dann Richtung Gloria auf den Weg gemacht und trafen mitten im Schlossgarten auf eine Gruppe junger Menschen die Fotos machten. Sie hatten unsere Aufmerksamkeit, weil sie so gut drauf waren – es waren keine Schätze, aber wir haben sie trotzdem angesprochen. Auch hier ergab sich ein gutes Gespräch und am Ende durften wir für sie beten. Am Kinovorplatz angekommen hatten wir dann eine Fülle von Schätzen. Da war die Frau im roten gesteppten Mantel; genau das Muster, wie ich es auf der Karte hatte. Sie stand mit fünf anderen Leuten in einer Gruppe die zusammen Glühwein tranken. Es kostete uns kurz Überwindung in diese Gruppe zu gehen, aber wir taten es. Das Gespräch war sehr gut und als Silvia dann für die Frau beten durfte, hörten alle anderen gebannt zu – einige mit sehr nachdenklicher Mine. Dann war da noch der Rollstuhlfahrer, für den ich beten durfte – für mich ist es noch sehr grenzwertig Menschen mit einer solchen Behinderung anzusprechen, aber als Gruppe war das dann gar nicht so schwer. Dann waren da noch zwei Männer mit Adidas-Klamotten, die konnten aber kein Wort deutsch. Gaby hat es in ihrer Gebetssprache versucht, aber auch die verstanden sie nicht! :)) Wir sind dann in die Passage eingebogen, die zum Eingang des Gloria-Kinos führt und entdeckten sofort unseren Schatz. Wir mussten rennen um ihn zu erreichen; aber als wir ihn erreichten, wurden wir schroff abgewiesen. Wir standen kurz etwas betröppelt herum und sahen am Eingang der Passage eine junge Frau die vor einem Laden eine Zigarette rauchte. Wir erklärten sie, obwohl wir nichts auf der Karte hatten, kurzerhand zu unserem Schatz, gingen zurück zum Eingang, und sprachen sie genau so an. Lilli (Name geändert) war sehr erfreut, dass sie jetzt unser Schatz war und so kamen ins Gespräch. Diese junge hübsche Frau hat uns dann ganz schön gefordert. Sie schilderte uns in kurzen klaren Sätzen ihr Glaubensgebilde und stellte uns immer wieder Fragen die es in sich hatten. Ich hatte das Gespräch begonnen und war sehr sehr gefordert und wusste an einer bestimmten Stelle nicht mehr weiter – Silvia schaltete sich dann in das Gespräch ein und konnte es auf den Punkt bringen. Dann fragte die junge Frau, warum Gott die Hölle gemacht hat und Silvia schaute mich mit großen Augen an – jetzt war ich wieder gefordert (das ist Teamwork); dann konnte ich ihr erklären, dass Gott die Hölle nicht für die Menschen gemacht hat und diese Antwort stimmte sie sehr nachdenklich. Gegen Ende des Gesprächs rief sie sehr erfreut: „Hey, ihr seid echt cool drauf!“ Der Tonfall dieses Ausrufs und diese leuchtenden Augen taten mir richtig gut, denn ich erkannte, dass der Heilige Geist hier mächtig was transportiert hat. Ich durfte noch für sie beten und dann – wow – lud sie uns zu einem Likör in ihren Laden ein – das hatten wir bisher auch noch nicht erlebt! :)) Als wir den Laden dann wieder verließen, und uns über diese Begegnung austauschten, meinte Ben, dass aus unseren Worten sehr viel Kraft kam, so viel Kraft, dass er am ganzen Leib gezittert hat – wow, der Heilige Geist war gewaltig am Wirken! Wir fanden dann den nächsten Schatz direkt vor dem Kinoeingang – auch hier ergab sich ein Gespräch und Gaby durfte für diese junge Frau beten. Wir begaben uns dann zu einem der Ausgänge dieser Passage und sahen, dass der Boden dort das Muster eines Schachbretts hatte – das hatte ich auf der Karte. Dort sprachen wir einige Leute mit den Namen an, die wir auf der Karte hatten. Nach einiger Zeit kam ein Vater mit seinem Sohn angelaufen und der Sohn hatte eine Jacke an, die auch ein Schachbrettmuster hatte. Zweimal Schachbrettmuster (das hatten wir noch nie) und dann Gloria – das war auf jeden Fall ein Schatz. Im Gespräch, das sehr gut war, teilte uns der Vater mit, dass er an einer Schuppenflechte leidet und wir durften für Heilung beten. Der Mann war sehr angetan und bedankte sich herzlich; er hatte ein strahlen im Gesicht und gab jedem von uns zum Abschied die Hand. Gaby lief ihm dann noch hinterher, denn wir hatten vergessen ihm eine Einladung mitzugeben. Und dann hat Ben sehr viel Mut bewiesen: Er hatte die ganze Zeit ein Wort der Erkenntnis für eine Bedienung, die dort in einem Cafe arbeitete. Er sagte immer wieder, dass er dort rein müsse um das Wort weiter zu geben – hat sich aber nicht getraut. Da die Zeit um war, verließen wir die Passage und als wir auf der Straße waren, blieb Ben stehen und meine, dass er da rein müsse; er kann so nicht von hier weggehen. Silvia ist dann mit ihm in das Cafe gegangen und Ben konnte dieser jungen Frau das Wort der Erkenntnis weitergeben. Wow Benjamin – mach weiter so!!

Noch eine kleine Anmerkung: Gaby hat über die gesamte Schatzsuche die Begegnungen unseres Teams dokumentiert – es hat sie interessiert, wie viele Leute wir wirklich erreichen. Es waren 34 Menschen, denen wir begegnet sind!

Ulli