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Trennende Mauern…

Der junge Mann auf dem rosa Fahrrad, eindeutig unser Schatz, also hinterher. An der Bahnhofstreppe steigt er ab. Wir erreichen ihn noch. Ein gutes Gespräch, aber der Zug kommt. Zwei aus dem Team sprechen die Jugendlichen auf der Treppe an, sie hatten eh schon alles mitgehört. Parallel dazu geht die Bahnhofstüre auf, eine junge Frau läuft die Treppe herunter. Ich spüre, wir müssen da hin. Von Weitem konnte man sehen, dass es Ina (Namen geändert) nicht gut ging. „Gott hat Dich total lieb“. Sie ist berührt, wir kommen ins Gespräch. Einerseits möchte sie mehr hören, dann zieht es sie wieder weg. Es ist ein permanentes Abholen. „…schau mal, so geben wir uns die Hand. Und so geht der römische Handschlag“ (Nicole und ich demonstrieren ihr, wie Römer sich gegenseitig den Unterarm umfassten). „Jetzt mach Du es mal mit mir…lass mal los…“ Zuerst wollte sie gar nicht mehr loslassen, dann doch. „Siehst Du, selbst wenn Du los lässt, bist Du immer noch fest gehalten, genauso ist es, wenn man mit Jesus in Beziehung ist…er hält Dich immer“. Sie ist beeindruckt. Strebt wieder weg. Weil sie eine Drogengeschichte hat, erzähl ich ihr von Thomas. Wir hatten ihn eingeladen und über Jesus gesprochen. Irgendwann sagte er: „Ich kann doch nicht sagen ich glaube, wenn ich’s gar nicht tue. Vor mir ist es wie eine dicke Mauer“. „Das sollst Du auch gar nicht, aber gib Papa-Gott doch nochmal eine Chance, Dir zu zeigen, wie sehr er Dich liebt“. „Wie mach ich das denn…?“ Am nächsten Tag fuhren wir in unsere Gemeinde. Wir sollten mit ihm mitgehen, zu dem kleinen Gebetsteam. Nach kurzem Gespräch sagte Pastor Peter: „Matthias, magst Du einmal Deine Hände in meine legen?“ Ich spüre ganz deutlich, das soll Ina jetzt nicht nur hören, sondern selber tun. „Ina, magst Du das mal machen, Deine Hände in meine legen?“ Sie tut es…ihre Augen flackern…ein inneres Ringen…dann mit Anstrengung und gepresster Stimme: „…kannst Du mich segnen!“. Die Mauer war gefallen, genauso wie bei Matthias damals, Halleluja!
Es ist uns oft gar nicht bewusst, wie empfindlich unser Innerstes ist. Auf jeden von uns stürmen tagtäglich mehr oder weniger herausfordernde Erlebnisse ein. Vertrauen verletzt…enttäuscht…missverstanden…belogen worden…Geringschätzung…Ablehnung…Entzweiung u.v.m. Man braucht keine Drogenkarriere, um Mauern aufzubauen. In Beziehungen genauso, wie generell um das eigene Herz als Schutz. „Mich verletzt keiner mehr…“ schrie mal ein angetrunkener Schatz und zog dabei sein Messer. Mit hartem Herzen, zieht man schnell mal das Messer, das können auch Worte sein. Es ist so wichtig, dass Mauern fallen…bei jedem, auch Christen! Gib Papa-Gott doch eine Chance. Es ist so wichtig, selber immer wieder die Hände in seine Hände zu legen. Da ist der Ort, wo Herzen wieder weich werden und transformiert in seinen Charakter. Das brauchen wir so sehr…
NoEl

 

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