Zwei Begegnungen und etwas zum Nachdenken

Wir hatten auf unserer Karte „Pimki“, „Blumenstrauß“, „Baum“, „Kinder“, blaues Poloshirt“. Wir waren in Heilbronn und liefen einfach los. Die erste Stelle, die wir in der Fußgängerzone erreicht haben, war der Pimki! Gleich daneben war ein Blumengeschäft. Ein Ehepaar mit Kinderwagen kam vorbei. Der Mann hatte ein blaues Poloshirt an. Wir sagten ihm, dass er Gottes Schatz sei und dass er ihn gerne beschenken möchte. Gott wolle ihm etwas Gutes tun. Er sagte, er wolle kein Gebet, aber wir könnten doch für sein kleines Mädchen im Kinderwagen beten. Ich streckte meine Hand aus, bückte mich zu dem Kind, legte meine Hand auf seine Hand und segnete es. Es war ein besonderer Moment! Während ich das Kind segnete, fingen die Eltern an zu lachen. Nach dem Gespräch mit ihnen, meinte Gaby, dass je länger ich betete, je mehr fingen ihre Gesichter an zu leuchten und sie strahlten und freuten sich. Es hatte ihnen wohl sehr gefallen! Werden sie es je vergessen, dass sie auf der Straße gesegnet wurden?

Wir begegneten einem blinden Mann. Er war sehr, sehr freundlich und sehr sympathisch. Er erzählte, dass er schon seit Kindheit an blind sei. Er war gerade einmal ein halbes Jahr alt gewesen. Er würde nur 40 % sehen. Und meinte, dass er sich daran gewöhnt hätte und damit recht gut klar komme. Er würde in einem Behindertenheim arbeiten und wenn er die anderen sehe, dann sehe er, dass es ihm gegenüber denen doch eigentlich sehr gut gehe. Wir fanden es sehr schön, dass er so gut damit leben kann und erzählten ihm dennoch von der Kraft Gottes. Er meinte, er glaube nicht daran und wollte nicht, dass wir für ihn beten. Wir verabschiedeten uns sehr freundlich und Gaby und mir zerbrach es fast das Herz!! Wir hatten den Mann sehr ins Herz geschlossen. Ich war sehr traurig nach dieser Begegnung und dachte darüber sehr lange nach. Der Mann ist seit über 30 Jahren blind und wir dürfen nicht für ihn beten!!:-(

Wie viele Menschen gewöhnen sich an ihre Umstände und geben sich mit dem zufrieden was sie haben- was bleibt ihnen auch anderes übrig?!, meinen sie. Es ist ja eh keiner da, der ihnen helfen kann. Sie glauben nicht mehr daran, dass es auch anders sein könnte. Und wenn es einen Gott gibt, warum hat er dann nicht schon längst eingegriffen? Ich verstehe ihre Fragen und ich verstehe auch ihre Zweifel. Allerdings kenne ich auch die andere Seite und zu dieser Seite gibt es nur einen Weg: Wir dürfen nicht länger auf unsere Umstände und Erlebnisse schauen und unseren (negativen) Erfahrungen glauben. Wir müssen unser Herz öffnen für Dinge, von denen wir meinen, sie seien unmöglich. Lassen wir doch los. Erst im Loslassen des Logischen, kann ein Wunder passieren. Erst wenn wir unser Herz für Gott öffnen, kann er in unser Herz kommen. Und darauf wartet er schon die ganze Zeit! Er will uns dabei helfen. Lässt du ihn?

Simone