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Herzliches Erbarmen – und seine Folgen

Obwohl nicht auf der Schatzkarte, meinte meine Begleiterin, dass wir den auf dem Boden sitzenden Bettler am Bahnhof ansprechen sollten. Sie nahm einen 5€-Schein aus ihrem Geldbeutel, den sie dem Bettler geben wollte. Ich bemerkte Ihre Freiheit beim Geben, – und dass ich diese (noch) nicht habe. Im Gespräch stellte sich heraus, dass wir einen jungen Franzosen und somit ein Sprachproblem vor uns hatten. Für mich auf einer Schatzsuche die dritte Begegnung dieser Art und so entschloss ich mich diesmal anders zu reagieren als bisher. Ich stotterte meine 20 Jahre zurückliegenden Französischkenntnisse aus der Schulzeit heraus. Irgendwie erfuhren wir, dass der junge Mann einen Unfall hatte, aus einer dritten Etage (oder Gerüstebene) gestürzt sein und mit dem Kopf aufgeschlagen sein muss. Er wurde mit 8 Stichen am Kopf genäht (zeigte er uns). Er war anscheinend 10 Stunden im Koma gelegen und wachte schließlich im Krankenhaus im Aufbahrungsraum (wo die Verstorbenen liegen), zum großen Entsetzen der Ärzte wieder auf. Er erzählte, dass es für alle ein großes Wunder gewesen sein musste, – allen voran ihm selbst. Seitdem war ihm klar, dass Gott ihm quasi eine zweite Chance gegeben, -ihn von den Toten wieder zum Leben erweckt haben musste.
Er sagte, dass er von dem Ereignis an, an Gott und Jesus Christus als seinen Retter glaubt. Er willigte sofort ein, als wir ihm anboten, für ihn zu beten. Sein Wunsch an Gott war die Bitte um eine Arbeitsstelle. Er nahm seine Mütze ab, neigte den Kopf, schloss die Augen und betete mit. Wir bezeugten ihm Gottes Liebe und meine Begleiterin lud ihn für kommenden Sontag zum Gottesdienst in ihre Gemeinde ein.
Am Sonntag erlebte ich Folgendes in meiner kleinen Gemeinde: Zuerst fand ich einen 5-€ Schein im Gemeindehaus auf dem Boden. Dann erlebte ich im Gottesdienst eine sehr bedrückende Zeit (Gedanken wie: mein Einsatz bei Schatzsuche sei sinnlos), bis mir das Erlebnis mit dem jungen Franzosen in den Sinn kam. Ich war mir des Rufes zwar nicht ganz sicher, ging aber trotzdem zum Gottesdienstleiter mit der Bitte, dieses Zeugnis und Gebetsanliegen von der Bühne aus zu erzählen, – was er tat. Danach übernahm der Lobpreisleiter und betete, ganz überraschend, noch einmal für den Franzosen und sein Anliegen. Da fiel mir auf einmal auf, dass ich die 5€ wohl nicht zufällig finden sollte, sondern Gott mir damit in Erinnerung rief und bestätigte, dass er sich um den Franzosen kümmert, uns dabei gebrauchte und ich nun nocheinmal aktiviert wurde, damit noch mehr Kinder Gottes jetzt für ihn beten.. . „Dieu est si bon!“ (Gott ist so gut!).

Hansjörg

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