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Pforzheim – „Hey, Ihr da…“

„Und als Jesus von dort weiterging, folgten ihm zwei Blinde, die schrien: Du Sohn Davids, erbarme dich unser!“  (Math. 9,27)

…Schatzsuche vorbei…die anschließende Pizza hat gut geschmeckt – so laufen wir erfüllt in jeder Hinsicht zu Dritt Richtung Auto. An einer abgelegenen Kreuzung sehen wir in einiger Entfernung zwei Männer, einer von ihnen mit Blindenstock. „Augen“ waren Heilung des Tages und „Blindenstock“ das Merkmal – aber so betrunken…wir gehen weiter. Dann merken wir, sie folgen uns ganz bewusst: „Hey, Ihr da…“ – wir bleiben stehen, schauen uns an, denken das Gleiche…das sind Schätze…wir sollten für sie beten. Als sie uns erreicht hatten und nach dem Fest in Pforzheim fragten, erzählten wir von der Schatzsuche. Ulli: „…Gott heilt Augen, das ist heute Heilung des Tages und ich habe von Gott eine besondere Salbung für Augen zu beten…darf ich für Dich beten“. Trotz Alkohol kam ein geradezu sehnsüchtig, erwartungsvolles „JA“. Wir legen ihm die Hände auf die Schulter…“nein, bitte auf den Kopf“ sagt Georg (Namen geändert) und Ulli betet ein „10-Sekunden-was-das-Zeug-hält-Gebet“. Es hat Georg gut getan. „Kannst Du etwas sehen…?“, „Nein, noch nicht…aber das kommt noch…“.
Dann drehe ich mich um und sehe, Georgs Kumpel Jonathan steht da…und heult, wie ein kleiner Junge. Elisabeth bleibt distanziert und betet still – sie spürt irgendetwas Unangenehmes, das sie auf Distanz hält. Ich frag ihn…er erzählt manches in Kauderwelsch, manches klar. Waisenkind, abgelehnt, tiefe Verletzungen, körperlich und in der Seele…die Begegnung mit uns hat etwas in Bewegung gebracht. Auch er wartet geradezu auf Gebet, ich segne ihn…mit Salböl, Heiligem Geist…sein verletztes Herz…immer wieder knallt etwas hoch, das da reagiert. Er geht in verbale Verteidigung. Erneut treffe ich einen Punkt…er greift in seine Tasche…zieht sein Schnappmesser – er zeigt es mir nur und erklärt: „…nie mehr wird mich jemand verletzen!“…ich schau das Messer an…davonlaufen oder dranbleiben…viel Zeit zum Überlegen ist nie…irgendwie fühl ich mich sicher…ein letzter Versuch, ihn von dieser Haltung wegzubringen…wir beenden die Begegnung.
Immer wieder berichtet die Bibel von Menschen, die spüren „…ich muss da hin, ich muss zu Jesus hin, koste es was es wolle…“. Der Mensch nimmt mit seinem Geist mehr wahr, als vor Augen ist, auch wenn er es dann nicht wirklich begreifen kann…es ist attraktiv und bringt in Bewegung…hin zu Jesus. Und da geht keiner leer zurück…ich bin überzeugt, dass Jesus enorm viel in dieser Begegnung getan hat…es wäre total klasse, wir würden Beide wieder treffen, dann klar und ohne Blindenstock…
NoEl

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