10.12.2016 Schatzsuche in Tamm – “…ruht ein wenig!”

„Und Jesus rief die Zwölf zu sich und fing an, sie je zwei und zwei auszusenden, und gab ihnen Macht über die unreinen Geister. … Und die Apostel kamen wieder bei Jesus zusammen und berichteten ihm alles, was sie getan und was sie gelehrt hatten. Da sagte er zu ihnen: Kommt ihr allein abseits…ruhet ein wenig!“ (Mk. 6, 7 u. 30).

Bevor wir in den Orten losziehen, treffen wir uns als ganzes Team, hören noch mal, was wichtig ist (wir nennen das „Einschießen“), tauschen Eindrücke aus, beten und dann werden Kleinteams gebildet – so wie Jesus das auch gemacht hat (…wir bilden meistens 3er Teams). Am Samstag waren wir in Kirchheim/Teck (Gebetsmarsch) und in Mühlacker und Tamm unterwegs. Das Besondere für mich waren in Tamm, die vielen „neuen“ Schatzsucher. Wir hatten den Vorzug, mit 4 (!) Erstschatzsuchern und einem, der das zweite Mal dabei war, unterwegs zu sein. Das hat mich total gefreut. „Neu“ dabei zu sein, ist überhaupt kein Problem – die Jünger damals waren komplett alle „Erstschatzsucher“. Jesus hat ihnen gesagt, was wichtig ist, er hat ihnen Vollmacht gegeben (!) und sie losgeschickt.
Zu meinem Team gehörten zwei Mädels (…das erste Mal dabei…) und ich wusste, Gott wird eine maßgeschneiderte Schatzsuche für uns initiieren.
Und so war es auch.
Normalerweise spüre ich ziemlich gut, in welcher Reihenfolge wir die einzelnen Orte ansteuern. Das war dieses Mal irgendwie nicht ganz so. Aber das machte überhaupt nichts. Wir waren dennoch immer am, um, am richtigen Ort. Wir mussten auch nicht sehr nach „Schätzen“ suchen – es ging so zu sagen Schlag auf Schlag. Und es war eine große Bandbreite an unterschiedlich gearteten Begegnungen.
Da war eine Frau, die eilig Richtung S-Bahn ging – sie war Christ. Wir durften quasi im Gehen gegen ihre Beinprobleme beten. Dann zwei Jungs, vielleicht 12 Jahre alt. Total offen für Jesus. Es war eine Freude sie zu segnen. Eine Familie, deren kleiner Junge einen Herzfehler hat. Wir glauben, dass die Kraft Gottes an ihm wirksam geworden ist. Sehr besonders waren zwei Ablehnungen. Wir gingen in eine Seitenstraße und sahen eine Frau, die die Straße fegte (…Kehrwoche halt – stand auf der Karte) und gleichzeitig aber auch eine Frau, die ihren Kinderwagen schob (…auch Schatz). Wir entschieden uns, die Frau mit Kinderwagen anzusprechen – Priska machte das super. Aber die Frau war total ablehnend, drehte mit dem Kinderwagen um, wollte weiter. Ich ging ein paar Schritte hinterher, um ihr wenigstens noch eine Schatzvisitenkarte zu geben: „Wenn sie mir noch einen Schritt folgen, hole ich die Polizei…“. Das war deutlich und überraschend massiv. Natürlich gingen wir von ihr weg, beteten aber in einiger Entfernung für sie und wir merkten, dass das auch mit uns etwas „gemacht“ hat – aber Gott ist unsere Quelle und er hat uns neu mit seinem Geist aufgefüllt. Wir zogen weiter, um eine Straßenecke und sahen wieder die Frau mit Besen, jetzt fegte sie auf der Hausrückseite den Balkon – wenn das nicht eindeutig unser Schatz ist…auch sie hörte, dass Gott sie persönlich meint und total lieb hat – aber auch sie wollte nichts wissen. In beiden Begegnungen wussten wir, dass Gott Initiator war und deshalb Bedeutung für diese Menschen hatte! Dann der junge Mann mit „Fliegerjacke“. Zusätzlich hatte ich noch eine Aufschrift und finstere Symbole „gesehen“ – diese waren auf dem T-Shirt. Jana und Priska waren total mutig. Sie sprachen ihn an und er war sofort sehr berührt und offen. Er nannte uns seine inneren Nöte und Ängste – die Antwort darauf ist: Jesus (!) Er hat Jesus die Herrschaft über sein Leben übergeben – ein sehr bewegender Moment – es ist total viel geflossen – ich konnte nicht anders, als ihn herzlich in den Arm zu nehmen – er hat auch verstanden, wie wichtig es ist, nicht allein zu bleiben – wir brauchen uns. Kurz vor Ende der Schatzsuche wurden die Füße kalt und es ging langsam die Puste aus. Wir haben viel erlebt und wurden sehr ermutigt. Jesus sagte anschließend zu seinen Jüngern: „…ruht ein wenig!“
NoEl