…die menschenleere Biergasse

Erlebnisbericht vom 25.03.2017 aus Calw

Der Anfang gestaltete sich sehr schwierig und wir spürten eine negative geistliche Atmosphäre. Aber wir ließen uns nicht entmutigen und beteten dagegen an. Dann sahen wir einen Teenager mit Adidas-Turnschuhen und konnten nicht genau erkennen, ob die Streifen nun blau waren (wie es auf der Schatzkarte stand) oder schwarz. Also fragten wir das Mädchen. Die Streifen waren zwar schwarz, aber trotzdem konnten wir mit den beiden Mädchen sprechen und so wurden sie zu ganz besonderen Schätzen. Sie hatten einen muslimischen Hintergrund, aber sie waren sehr offen und interessiert. Und dann durften wir auch für bessere Noten in Mathe beten.
Ermutigt suchten wir weiter und fanden einen Briefkasten, allerdings nicht so einen gelben von der Post, wie ich mir das vorgestellt hatte, sondern den Briefkasten eines Nagelstudios. Das Besondere daran war: Es stand das Wort “Briefkasten” darauf. Und es stand auch noch das Wort “Post” darauf, das wir ebenfalls auf unserer Karte hatten. Beate hatte beim Ausfüllen der Karte den Eindruck “Fingernägel” gehabt, aber vergessen es aufzuschreiben. Für uns war es aber eine Ermutigung hineinzugehen. Und als dann der Besitzer kam hatte er einen Pullover mit Querstreifen, der zu meinem Hinweis “geringeltes T-Shirt” passte. Er konnte zwar kaum Deutsch, aber wir durften für ihn beten.

Nun gingen wir die Biergasse hinunter, weil sie auf der Karte stand und fanden: Nichts.
Unten angekommen hatten wir den Eindruck, dass sich auf dieser Gasse ein Schatz versteckt und gingen wieder die menschenleere Gasse hinauf. Oben drehten wir um und gingen wieder hinunter. Irgendwo musste der Schatz doch sein. Und dann kamen zwei junge Frauen. Ich bemerkte gleich die “roten Turnschuhe” der einen Frau und den “Nasenring” der anderen. Nachdem ich meine Teammitglieder darüber informiert hatte, gingen wir den beiden hinterher und – Gott sei Dank – blieben sie oben stehen, so dass wir sie einholen konnten. Die beiden waren sichtlich berührt und sehr interessiert. Sie staunten über unsere Schatzkarten, auf denen “Nasenring” und “rote Turnschuhe” standen und als wir den Namen Sandra erfuhren, konnte ich ihr auch den Namen auf meiner Schatzkarte zeigen.
Jetzt möchte ich gerne erwähnen, dass ich Nasenringe überhaupt nicht mag. Deshalb war ich auch erstaunt, als ich den Eindruck hatte, dass Gott zu ihr sagen will, dass er ihren Nasenring mag. Ich gab diesen Eindruck an sie weiter und es berührte sie. Etwas später wollte Gott nochmals von mir, dass ich ihr mitteile, dass er ihren Nasenring sehr schön findet und ich hatte den Eindruck, dass sie vermutlich wegen des Nasenrings schon viel Ablehnung erfahren hatte. Also sagte ich es ihr nochmals und diesmal noch deutlicher und sie wurde tief berührt. (Später kam mir dann der Gedanke, dass der Nasenring vielleicht auch ein Grund war, warum sie aus der Kirche ausgetreten war.) Zum Schluss gaben wir ihnen noch die Schatzkärtle und einen Flyer für den Kinofilm “Woran glaubst du?”
Voller Freude gingen wir wieder die Biergasse hinunter und trafen zu unserem Erstaunen wieder die beiden Mädels vom Anfang. Sie freuten sich, uns nochmals zu treffen und wir hatten noch ein intensives Gespräch mit ihnen und konnten sie sehr ermutigen. Bei der Frage, ob sie ihr Leben Jesus übergeben möchte, meinte das eine Mädchen, dass sie es sich überlegen will. Als wir die beiden dann noch zum Kino einluden wurden auch wir erstaunt. Die eine sagte zur anderen, dass sie an dem Freitag keine Zeit hätten. Daraufhin meinte die andere, dass sie die Freunde doch zum Kino mitnehmen könnten. Wow, das hat mich echt beeindruckt!

Uns wurde bewusst, was wir verpasst hätten, wenn wir nicht dem Impuls gefolgt wären und – gegen jeden Verstand – die menschenleere Biergasse hinaufgegangen wären.

Dann gingen wir noch zum Kino, unserem nächsten Ort auf der Karte. Unterwegs fanden wir noch eine Frau mit der Kleidung des Tages: Weiße Hose, weißes Oberteil und weiße Jacke! Sie waren gläubig und wir konnten sie ermutigen und segnen. Das Interessante dabei war, dass sie nicht aus Calw, sondern aus Oberbayern waren. Und jemand hatte zu ihnen gesagt, sie müssten unbedingt Calw besichtigen – was für ein “Zufall”!
Am Kino fanden wir nochmals zwei Schätze, die wir dann natürlich auch zum Film “Woran glaubst du ?” einluden.
Während dieser Zeit fiel mir eine Frau auf, die unterhalb vom Kino wartete. Als wir dann an dieser Frau vorbeikamen, dachte ich sofort daran, dass auf einer Karte stand “jemand der wartet” und diese Frau wartete nun schon ziemlich lange. Ich sagte noch zu meinem Team das Stichwort, dass diese Frau wartet, aber sie verstanden nicht, was ich meinte und gingen weiter. Nun war meine Entscheidung gefragt: Sollte ich meinem Team folgen oder meinem Impuls und diese Frau ansprechen? Ich sprach sie an und dann kam auch mein Team dazu. Wir hatten wieder ein sehr gutes Gespräch und die Frau freute sich, dass wir für ihre Mutter beteten, die sich gerade von einer schweren Operation erholte. Am Ende war diese Frau so berührt, dass sie Tränen in den Augen hatte. Als wir merkten, dass es ihr peinlich war, konnten wir sie beruhigen, dass wir das schon kennen und dass so etwas öfter vorkommt, wenn der Heilige Geist wirkt.

Susanne